Vor der Veranstaltung konnten Interessierte sich ein Tiny House ansehen.

Mit der Fragestellung „TINY HOUSES – Kleiner bauen, mehr Nachhaltigkeit?“ hat das Forum Stadtbaukultur am Montag, dem 25. Februar alle Interessierten in das Café im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund eingeladen. Ungefähr 200 Menschen sind dieser Einladung nachgekommen, sodass die Bestuhlung nicht im Ansatz ausreichte. Doch das Stehen hat sich gelohnt, die Stimmung war super! Über die große Resonanz waren selbst die Veranstalter überrascht – wollen denn so viele zukünftig in einem Tiny House wohnen?

Vor Ort konnten sich die Teilnehmenden inspirieren lassen: Dank der Schreinerei Diekmann und der Innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft stand ein Tiny House zur Besichtigung zur Verfügung. Für viele der Erstkontakt: es führte zur Verwunderung und zu angeregten Diskussionen, ob dieser kleine Raum den einzelnen Personen ausreichen könnte. Selbst wenn man alle Ratschläge von Marie Kondo befolgt und Magic-Cleaning weiter perfektioniert, reicht der Platz denn für einen? Kann man damit glücklich werden und wäre ein Tiny House ein potenzielles zu Hause?

Van Bo Le-Mentzel ging darauf in seinem Vortrag ein. Seiner Meinung nach ist ein „zu Hause“ nicht an die Quadratmeterzahl gebunden um darin glücklich zu werden. Stattdessen gibt es drei Bedingungen: (1) Man wohnt freiwillig in dieser Wohnung, (2) die Wohnung muss einen Rückzugsort bieten und zu guter Letzt (3) müssen sich wichtige Lebenspunkte in „Pantoffelreichweite“ befinden. Diese Bedingungen müssen erfüllt werden, damit es ein zufriedenstellendes zu Hause ist. Ein darauf ausgelegtes Konzept hat er natürlich mitgebracht: Das Co-Being-House. Anstatt Flur oder Abstellkammern gibt es eine gemeinschaftlich geteilte Fläche. Dadurch spart man Raum und kann diese für zielgruppenorientierte Gemeinschaftsflächen nutzen. Die Gemeinschaftsfläche ist umzingelt von den einzelnen Mini-Stuben (ab 6qm).  Diese Stuben inkl. Teilgemeinschaftsfläche sollen warm bei ca. 120 Euro liegen und eine neue Alternative darlegen. Sollte sich einmal die persönliche Situation verändern, z.B. durch Kinder, können weitere dazu gemietet werden. Das Dortmunder Publikum war diesbezüglich eher gespaltener Meinung, dennoch für Berlin eine spannende Alternative.

Gerald Kampert referierte über sein gestartetes Projekt „kleine Häuser“ und über weiter interessante Konzepte, die ihn dazu motivierten das für die Stadtplanung exotische Thema zu bearbeiten – er ist für so etwas in Dortmund bekannt. Die Jahresplanung sieht noch großes vor, sodass das Tiny House Thema auch in Dortmund etabliert sein wird.

Einen kleinen Ausstellungsstand hatte Greenspaces, die der Idealvorstellung kleiner nicht-mobiler Tiny Houses von Gerald Kampert entsprechen. Eine wirklich spannende Alternative, die das Leben auf 40qm in Dortmund greifbar machen soll. Jederzeit zu besichtigen in der Rosemeyerstraße 12 in 44139 Dortmund.

Zum Abschluss durfte sich ich das e:lab-Projekt vorstellen und die Menschen zum Teilnehmen auffordern. Das e:lab-Projekt nutzt das Tiny House als Test- und Präsentationsplattform aber auch als Diskussionsplattform. Denn gerade beim Tiny House muss man das Leben drastisch anders gestalten. Die durchschnittliche Quadratmeterzahl von 46 qm wird auf 12 qm reduziert. Worauf verzichte ich? Was benötige ich wirklich zum Leben? Kann ich das Tiny House auch autark betreiben? Wann kann ich denn überhaupt eigenen Strom produzieren und reicht das aus? Ist ein solches Tiny House noch nachhaltig? In diesem Jahr werden noch viele Veranstaltungen stattfinden, bei welchen wir gemeinsam an unserem Tiny House arbeiten und u. a. diesen Fragen nachgehen. Die Veranstaltungsreihe beginnt mit dem Thema Licht, dem Heizsystem oder aber auch Rooftop Farming. Ihr seid alle herzlich eingeladen!

Und wie geht es mit dem e:lab weiter? Wir sind zum Beispiel auf der 17. Baumesse NRW vertreten. Stattfinden wird diese vom 22.-23. März in Dortmund. Und ja, unser Tiny House wird auch da sein! Besonders wenn ihr Ideen für unser Tiny House habt oder etwas ausprobieren wollt: Kommt vorbei und macht mit!