Was haben produktive Maker, kreative Hacker, Technik-Nerds aus den Hinterzimmern und viele engagierte Bürger*innen gemeinsam?

Genau. Sie möchten die Welt retten.

Wie sie das jeden Tag im Büro, in der Werkstatt oder im Studio im Kleinen machen und damit einen Beitrag für das große Ziel der Weltrettung bringen, war Thema im diesjährigen energetischen Salon am 26.10.2018 im Kino des Dortmunder U.
Die Veranstaltung war dabei gleichzeitig die Eröffnungsfeier des diesjährigen Innovative Citizen Festivals (IC18), dem Festival für demokratiesichere Technik, welches die Idee des Selbermachens mit modernen digitalen Techniken verbindet und jährlich im Union Gewerbehof und dem Dortmunder U stattfindet.

Mit der Selbstverständlichkeit, die große Fragen mit sich bringen, machte e:lab-Projektleiter Patrick Jaruschowitz mit einem informativen Vortrag über das Projekt und einer Einleitung ins Thema der Fab-Labs den Auftakt zum Abend. Er stellte die aktuellen Fortschritte im Projekt, vor allem im Bereich des Tiny House Baus vor, definierte Positionen von Technikskeptizismus bis hin zum Prosumer im Fab Lab und öffnete damit die Bühne für unsere Referenten.
Ein Experte in diesem Thema war der erste Redner, Prof. Dr. Michael Schäfer vom Fab Lab HRW in Bottrop. Er lieferte viele Beispiele, wie und wo Fab Labs bereits existieren und welche Chancen sich dadurch ergeben. Die Möglichkeit der einfachen individuellen Anpassung von Teilen in 3D-Druckern eröffne viele neue Perspektiven z.B. im Bereich medizinischer Prothetik. Dabei lieferte er sehr anschauliche Beispiele von Makern und Werkstätten, die solche Projekte bereits umsetzen. Die Palette der Anwendungsgebiete sei enorm, jedoch stünden häufig verwaltungstechnische oder rechtliche Aspekte einer Zugänglichkeit für die breite Masse sowie auch einem schnellen Fortschritt im Wege. Herr Schäfer schaffte es hierbei einen tiefen Einblick in die Fab Lab Szene auch für Begriffs-Neulinge zu geben und diese mit sehr interessanten Beispielen und Fakten darzustellen.

Design war bei unserem zweiten Redner, Daniel Edelmeier vom florida creative lab, das Thema. Angefangen über die Irritation, die die Frage: „Kann Design die Welt retten?“ bei ihm auslöste, über eine Idee von gutem und schlechtem Design und vielen aktuellen Beispielen aus der Branche konnte Edelmeier zeigen, wo das Schöne mit dem Guten zusammenkommt. Die unkonventionell schöne Präsentation mit den unterhaltsamen Beispielen und einer sympathischen Vortragsweise konnte alle Teilnehmenden auf ihren Sitzen abholen und machte klar: „Design maybe won’t save the world but people could…“.

„Die Welt kann man nur im Kleinen retten“. So oder so ähnlich hätte der letzte Vortrag an diesem Abend von unserer Rednerin Daniela Berglehn von der innogy Stiftung untertitelt sein können.
Als Koordinatorin für verschiedenste Förderprogramme konnte sie sehr klar aufzeigen, welche Möglichkeiten zur Förderung von Programmen, die die Welt im Kleinen retten, bereitstehen. Konkret stellte sie sehr anschaulich das Programm „Energie für’s Quartier“ vor, welches ein niedrigschwelliges Förderprogramm für soziale Innovatoren im Bereich der Energiewende ist. Es wurde dabei klar, wie wichtig Netzwerke, Förderungen an den richtigen Stellen und kleine lokale Lösungen sind um einen nachhaltigen Beitrag im Bereich Umwelt- und Klimaschutz zu leisten.

Durch den Abend zur Rettung der Welt wurde dabei sehr angenehm und kreativ von unserem Moderator Markus Boxler geleitet, der sonst den International Light Art Award am Lichtkunstmuseum in Unna als Projektleiter begleitet.

In der anschließenden Podiumsdiskussion führte er die Diskussion mit geschickten Fragen und Nachfragen an die Redner, die sich ganz im Bottom-Up Ansatz vor der Bühne und nicht auf dergleichen zum Gespräch versammelt hatten. In der Diskussion wurde klar: Die Welt retten kann keiner alleine. Es braucht aber die richtigen Voraussetzungen, dass alle, ihren Fähigkeiten nach, ihren Beitrag dazu leisten können. Nachhaltig im Gedächtnis bleibende Beispiele dafür werden sicherlich die Formate bleiben, die unsere Gäste an diesem Abend vorgestellt haben. Wir danken für die tollen Vorträge, die gute Moderation und die zahlreich gekommen Zuschauer und freuen uns einige von ihnen auf unseren weiteren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen!